Großer Schreck! Unser Ömchen Lana hatte eine unklare Schwellung. Wir befürchteten dass es die Lymphknoten waren und ein Zeichen dass ihre Krebserkrankung weiter fortschreitet. Aber es war ein tiefsitzender Abzeß am Hals. Am Donnerstag wurde er bei der Tierärztin geöffnet und seitdem wird die Wunde zweimal täglich gespült und eine Salbe eingebracht. Sie schlägt sich tapfer und kooperiert ganz toll.

Leo (siehe Beitrag von gestern) geht es heute etwas besser. Die Infusionstherapie schlägt an. Wir freuen uns nicht zu früh, aber die Hoffnung wächst natürlich. Er hat nun endlich etwas gefressen, nachdem wir Schonfutter nach seinem Geschmack gefunden haben. Leo ist nicht nur spindeldürr, sondern auch stark dehydriert.

Er fühlt sich sichtlich wohler, schaut sich inzwischen alles an. Klar, er ist noch sehr langsam und wackelig auf den Beinen, aber er zeigt Interesse, möchte gestreichelt werden und scheint entspannt. Es ist schon die richtige Entscheidung gewesen, ihn übers Wochenende aus dem stationären Aufenthalt zu holen. So können wir ihn eng betreuuen und unsere Tierärztin ist 24 h für uns da, wenn etwas sein sollte. Wenn er sich stabilisiert hat, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Auch seine Zähne sind behandlungsbedürftig. Doch das ist zweitrangig. Wichtig ist ihn wieder richtig auf die Beine zu bekommen.

Leo wurde uns am 10.12.15 von einer Tierfreundin gemeldet. Er wurde umgehend bei unserer Tierärztin stationär aufgenommen um ihn zu stabilisieren. Recherchen zufolge sollen die Besitzer vor 1,5 Jahren weggezogen sein. Seitdem wurde er in der Nachbarschaft mehr oder weniger sporadisch gefüttert. Teilweise wurde er länger gar nicht gesehen, so kann man auch vermutetn, dass er ein weiteres Obdach gehabt haben könnte.

Man kann den Anwohnern keinen Vorwurf machen, daß man ihn nicht früher einem Tierarzt vorgestellt hat. Aufgrund seines Felles läßt sich sein ausgemergelter Körper optisch kaum kaum erkennen. Anfassen konnte man ihn erst jetzt, weil er nun so schwach geworden war, dass er keinen Widerstand zeigte. Erst nachdem die Augen so entzündet aussahen, wurde versucht ihn einzufangen, um mit ihm zum Tierarzt zu fahren. Nun konnte man das wahre Ausmaß seines Zustandes erkennen. Er ist unter dem Bauch total verfilzt, ist stark ausgetrocknet und klapperdürr. Um ihn nicht zu belasten, haben wir erst einmal von einer notwendigen Schur abgesehen. Lediglich unter dem Bauch haben wir ihm die dicken Verfilzungen weggeschnitten.

Leo ist ein kastrierter Kater, ca 10-12 Jahre alt. Nicht gechippt, nicht tätowiert. Die Blutergebnisse ergaben hohe Entzündungswerte und sehr schlechte Nierenwerte. Die Prognose ist nicht gerade rosig, dennoch wollen wir ihm unbedingt helfen und ihn keinesfalls irgendwo draussen zu wissen, wo er friert, Hunger leidet, Schmerzen hat oder vielleicht gar verscheucht wird. Er hat jetzt im Tier Refugium ein warmes Körbchen, bekommt hochwertiges Futter, Medikamente und zweimal täglich Infusion. Auch wenn es schlecht um ihn steht, möchten wir ihm wenigstens ganz viel Fürsorge und Liebe schenken, denn diese können die Lebensgeister auch wieder wecken.

Wer sagt, dass das Körbchen nur für eine Katze ist? Lana (16 Jahre), Schneckchen (4 Jahre) und Maja ( 9 Monate) haben sich bei uns gefunden. Sie putzen sich gegenseitig und geben sich das, was ihnen kein Mensch ersetzen kann. Dennoch sind diese Drei sehr menschenbezogen und verschmust. Immer wieder schön zu erleben, wer zueinander findet. Das Foto ist leider etwas unscharf (altes Handy).