Es liegen mehrere Tage Achterbahnfahrt hinter uns! Wie immer haben wir völlig transparent über die Situation informiert, haben Karlchens Zustand, die Diagnosen, die aktuellen Empfehlungen verschiedener Ärzte und unsere Überlegungen auf FB offen dargelegt. Einige sind uns dafür angegangen das wir auch nur darüber nachgedacht haben den Empfehlungen der Tierklinik zu folgen und Karlchen erlösen zu lassen, von anderen das wir ihn unnötig leiden lassen würden. Doch zum Glück haben wir auch von vielen Menschen Zuspruch und Vertrauen erfahren, das hat uns in der schwierigen Situation Kraft gegeben.

Gestern erreichte uns leider der Anruf aus der Tierklinik das Karlchen in der Nacht trotz intensiver Betreuung von alleine verstorben ist. Man hat uns versichert das er aufgrund der Medikamente wohl während seiner Zeit dort wenig Schmerzen hatte, obwohl er kein zahmer Hauskater war keine übermäßige Panik hatte und zwar keine große aber doch eine reelle Chance für ihn bestanden hat.

Heute morgen haben wir den toten Karlchen in der Klinik abgeholt und zur Pathologie gegeben. Traurig, dass wir trotz 6 Tage in der Klinik und einer Rechnung von 590-, Euro ihm nicht helfen konnten. Wir haben es wenigstens versucht.... der Betrag wiegt doppelt schwer, weil wir ihn nicht am Leben erhalten konnten.  RIP du Lieber, wir hätten dir von ganzem Herzen noch ein schönes Leben gegönnt.


Unser Nelson, der vor 3,5 Jahren als FIV-positives Streunerkitten zu uns kam. Erst hiess er bei uns "Phantomkater", weil er so menschenscheu war und ihn fast 3 Jahre kaum zu Gesicht bekamen. Nach und nach näherte er sich an und mittlerweile ist er ein lieber Schmusekerl geworden. So manches Mal haben wir schon gedacht, dass er uns verlassen wird, phasenweise ging es ihm gar nicht gut. Inzwischen hat er nach drei Zahn-OPs nun gar keine Zähne mehr, doch die Entzündungsherde im Mäulchen sind damit auch endlich weg. Wir sind froh, dass wir ihn nicht aufgegeben haben und er sich heute seines Lebens freuen kann. Auf noch viele schöne Jahre mit ihm !


Update: Leider ist Karlchen inzwischen in der Tierklinik verstorben. Mehr dazu später in einem separaten Post.

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Karlchen wurde von Tierfreunden an einem Reitstall in Erkelenz gefunden. Er lag einfach da, wie lange weiss man nicht. Sie haben ihn ihrem Tierarzt vorgestellt, der Untertemperatur feststellte. Er wurde von den Findern wieder mit nach Hause genommen und versucht zu päppeln. Doch da Karlchen weiterhin nicht aufstehen konnte, bat man uns um Hilfe. Leider weiss man rein gar nichts, was ihm wiederfahren ist. Wir sind sofort zu unserer Tierärztin gefahren, dort wurde er geröntgt und ein stumpfes Bauchtrauma mit Zwerchfellhernie diagnostiziert, vermutlich durch einen Tritt vom Pferd oder einen Autounfall. Sie verwies uns an die Tierklinik, da der Zustand sehr kritisch war und Karlchen bei stabilem Zustand eine OP benötigen würde.

Auch wenn wir wenig Hoffnung hatten, so wollten wir wenigstens noch einen Rat der Tierklinik einholen. In der Tierklinik wurde versucht Karlchen umgehend mit Wärmelampe, Wärmelüfter und warmen Infusionen erstmal zu stabilisieren. Seine Temperatur pendelte sich jedoch leider immer wieder um die 34 Grad ein. Das kommt bei Schädel-Hirn-Traumata vor. Auch sind seine Reflexe aller Extremitäten sehr schwach, ebenso wurden besorgniserregende Herzgeräusche bei ihm festgestellt.

Nach wie vor ist Karlchen nicht steh,- und gehfest und in Anbetracht der extremen Untertemperatur hat uns die behandelnde Klinikärztin uns geraten, ihn gehen zu lassen. Es steht wirklich sehr, sehr schlecht um ihn. Vorhin jedoch der Anruf, dass die Temperatur wieder etwas stabiler um die 36 Grad war. Wir telefonieren am späten Nachmittag noch einmal und bis dahin wollte sich die Ärztin nochmal mit Kollegen beraten und dann eine endgültige Entscheidung fällen. Die Ärztin sagte auch, dass es ein Kämpfer ist, weil er sehr gut frisst und auch auf alles reagiert und ansprechbar ist, jedoch bleibt die Prognose sehr, sehr schlecht und wir werden ihn heute mit vollem Bäuchlein, kuscheligem warmen Umfeld und umsorgt streichelnd gehen lassen? Oder doch noch warten? Wie macht man es eigentlich richtig? Hätten wir ihm direkt im ersten Moment über die Regenbogenbrücke helfen sollen? Lassen wir ihn jetzt leiden, weil wir ihn noch in die Klinik gefahren haben? Wir bekommen immer wieder Kritik und Vorwürfe, ganz egal wie wir es handhaben. Wir sind der Meinung, dass egal ob Streuner oder nicht, jedes Tier das Recht hat auf eine vernünftige Diagnose um dann eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Leichtfertiges Einschläfern könnten wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren. Doch wenn uns unsere behandelnden Ärzte raten die Tiere zu erlösen, dann geben wir natürlich unser Einverständnis und verlassen uns auf die Kompetenz.

Nochmals Danke an Nikki H. und Sabrina S. für ihren Einsatz und ihre Fürsorge.